Cissy & Hugo a Caracas

eine Emigranten-Komödie 

mit Rita Hatzmann (Schauspiel, Gesang, Textfassung) und Georg O. Luksch (Klavier, Theremin, Komposition)

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Stückinhalt

Ich hätt' sogar schon Morphium genommen, aber der Nowak lässt mich nicht verkommen.“ „Ich wünsch' mir zum Geburtstag einen Vorderzahn, denn meinen schlug der Ferdinand mir ein.“ Sie war der Vamp von Favoriten, Frivolität hatte im Nachkriegskabarett einen fixen Platz, sie erzählte vom chaotischen Tortenbacken und nahm in „Eine verzwickte Verwandtschaft“ die Patchwork-Familie vorweg. Cissy Kraner war das weibliche Pendant zu Bronner, Qualtinger & Co., studierte klassischen Gesang und war Soubrette, bevor sie als dralle, blonde Sirene im Kabarett begann, die Lieder schrieb ihr langjähriger Gefährte Hugo Wiener. Die Blüte des Wiener Kabaretts nach 1945 wurde von Machomännern geprägt, Frauen waren die hübsche Garnierung. Kraner gelang es mit dem ihr eigenen Schmäh, sich über dieses Schema hinwegzusetzen, in Hugo Wiener fand sie einen überaus konstruktiven Partner, mit dem sie auch streiten konnte, wie die 2012 verstorbene Künstlerin erzählte. 

Die musikalische Komödie "Cissy&Hugo" beinhaltet pointierte musikalische Nummern sowie unvergleichlichen Sprachwitz. Das abendfüllende Programm, erstellt von Rita Hatzmann und Georg O. Luksch, erweckt die Höhepunkte des künstlerischen Schaffens von Cissy Kraner wieder zum Leben. Die Texte sind aus Briefen, besonders zwischen Cissy Kraner und ihrer Familie, sowie Originalschriften von Hugo Wiener und Liedern in mehreren Sprachen exzerpiert und neu gefasst. Cissy Kraner gastierte 1938 mit einer Wiener Truppe auf Einladung der Kolumbianischen Regierung in Bogotá. Dort lernte sie den Autor und Komponisten Hugo Wiener, der für die selbe Produktion engagiert war, kennen und lieben. Kraner und Wiener gingen nach dem Gastspiel gemeinsam auf eine Tournee durch ganz Kolumbien, 1943 heirateten sie. Das Paar eröffnete in der Hauptstadt von Venezuela, Caracas, eine Bar, in der Kraner nach anfänglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit spanischen, englischen und französischen Chansons Erfolge feierte, ihr Mann schrieb die Nummern und begleitete sie am Klavier. Was Cissy betrifft, so schrieb ich ihr immer neue Chansons und war immer wieder erstaunt über ihre große kabarettistische Begabung. Die müsste auf der Simplbühne stehen, dachte ich oft.“ (Hugo Wiener) Foto: Alexander Bachmayer

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Hörbeispiele mit Rita Hatzmann (Gesang) und Georg O. Luksch (Klavier)


                         „Der Nowak“ 


                         „Verzwickte Verwandtschaft - klassisches Patchwork“


                         „Solo für Frauenstimme“


                         „Der Herr Novotny“


                         „Die Pokornys“


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Das neuartige Wechselspiel der Chansons und Texte, authentisch interpretiert von der Schauspielerin Rita Hatzmann, mit modernem Sounddesign, live Performance und Percussion, Theremin sowie klassischer Klavierbegleitung führt zu einer kammermusikalischen Raffinesse. Der Multiinstrumentalist und Grammy-Gewinner Georg O. Luksch schafft Klangstrukturen, die im Zusammenhang mit den Originalliedern und Szenen aus dem Leben des Künstlerpaares eine Katalysatorwirkung bilden. Die Aktualität der wiederentdeckten Lieder von Cissy Kraner und Hugo Wiener stellt die Verbindung der Erfahrungen einer jungen Frau, die in den dreißiger Jahren ihre Heimat verließ, zu heutigen Lebenswelten her.


Jahrzehntelang prägten Cissy Kraner und Hugo Wiener die Kabarettwelt mit ihren Programmen fürs Simpl, gingen auf zahlreiche internationale Tourneen und traten auch in der Josefstadt sowie im deutschen und österreichischen Fernsehen auf. Für Hans Moser und Paul Hörbiger schrieb Hugo Wiener Filmdrehbücher und für Robert Stolz Operettentexte. Für seine Frau schrieb er im Laufe der Jahre an die 400 Chansons, die durch ihre unvergleichliche Interpretation legendär wurden. Titel wie „Ich kann den Novotny nicht leiden“, „Ich bin der Vamp von Favoriten“, „Die Pokornys“ überraschen das Publikum heute genauso wie damals mit unglaublich treffsicheren Pointen. Eine besondere sprachliche Herausforderung an die Interpretation stellen die Songs „Wie man eine Torte macht“ und „Verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse“ dar. Kabarettistische Nummern wie „Solo für eine Frauenstimme“ oder „Die Fichte“ zeigen, wie humorvoll mit alltäglichen zwischenmenschlichen Konflikten gespielt werden kann. 

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Diese Inszenierung ist ab Juni 2017 buchbar, E-Piano sowie Licht- und Tontechnik bringen wir mit. Die Raummaße sind variabel, bitte bekannt geben, ob Starkstrom im Veranstaltungssaal vorhanden ist.

Technische Fragen: Georg O. Luksch technik@ensemble21.at 

+43 699/17130126

Booking: Valerie Gasparics booking@ensemble21.at 

+43 664/3131989


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